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Welche Kompetenzen benötigen Sie für die digitale Transformation?

Vom kleinen IT-Projekt bis hin zum radikalen Wechsel vom analogen zum digitalen Geschäftsmodell: Es gibt unzählige Varianten von Projekten im Bereich der digitalen Transformation. Eines ist aber allen gemeinsam: Für die erfolgreiche Umsetzung braucht es die richtigen Kompetenzen. Welche das sind und wie man sie sich aneignen kann, stand im Fokus der IMPULS>>LIVE-Veranstaltung „Durchstarten – so machen Sie sich fit für die digitale Transformation“ am 7. Juli 2021 im Smart Business Center.

IMPULS>>LIVE zu den Kompetenzen für die digitale Transformation

v.l. Thomas Mrak (SFG), Stefan Posch (ICG), Ernst Kreuzer und Stefan Vorbach (TU Graz), Helmut Aschbacher (Smart Service Experte)

 

Stefan Vorbach, Vizerektor für Lehre der TU Graz, ging bei IMPULS>>LIVE auf die Schlüsselkompetenzen für den digitalen Wandel ein. Diese lassen sich in 3 Themenblöcke aufteilen:

 

  1. Klassische Fähigkeiten
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Selbstmanagement
  • Kreativität (dazu zählen auch kritisches Denken und Transdisziplinarität – ich muss für andere Disziplinen zumindest ein Grundverständnis aufbringen)
  • Unternehmerisches Handeln (Eigeninitiative, Teamwork, Zeitmanagement und auch die Fähigkeit, Risiko auf sich zu nehmen – „Vielleicht nachher um Entschuldigung bitten, aber nicht vorher um Erlaubnis“)
  • Soziale Intelligenz (u. a. Empathie)
  • Adaptionsfähigkeit
  • Lebenslanges Lernen
  • Virtuelle Führung

 

  1. Digitale Grundfertigkeiten
  • Digitale Literalität (Daten erfassen, erkunden, interpretieren und analysieren)
  • Digitales Lernen (Selbstmotivation, agiles Arbeiten, digitale Interaktion)
  • Kollaboration (Empathie, Kommunikation, virtuelle Zusammenarbeit)

 

  1. Digitale Spezialkompetenzen
    Tech-Skills, die über Wirtschaftsbranchen hinweg neue Berufsprofile eröffnen
  • komplexe Datenanalysen (Big Data, Statistik, Datenvisualisierungen)
  • Web-Entwicklung (user-zentriertes Design, Suchmaschinenoptimierung)
  • Tech-Skills (maschinelles Lernen, Smart Hardware Robotik-Entwicklung)
  • Tech-Translation (Vermitteln zwischen Spezialisten und Nicht-Fachleuten)

 

Stefan Vorbach über Kompetenzen

Stefan Vorbach (TU Graz) erläuterte die Future Skills.

 

Die Ungewissheit möglichst rasch reduzieren

Innovationsexperte Stefan Posch (ICG Integrated Consulting Group) widmete sich dem Thema Innovation in Covid-Zeiten. Er stellte dabei sein Modell der 2 Phasen in Innovationsprojekten vor:

Innovationsmodell ICG

(Credit: ICG Integrated Consulting Group)

 

Am Beginn eines Innovationsprojekts – und ein solches war gewissermaßen auch die Corona-Pandemie für Unternehmen – steht ein hohes Maß an Ungewissheit. „Wir wurden im letzten Jahr in das Thema Innovation hineingeworfen, ohne uns aktiv dafür zu entscheiden“, brachte es Stefan Posch auf den Punkt. In dieser „Phase 1“ der Ungewissheit ist es wichtig, so schnell wie möglich zu lernen, um die Ungewissheit zu reduzieren. Das Team muss hier in einem ganz anderen Modus arbeiten, als in der „Phase 2“, die erst beginnt, wenn die Ungewissheit so weit reduziert wurde, dass Planbarkeit wieder möglich wird.

 

Intensiver Austausch statt klar definierter Prozesse

In der „Phase 2“ fühlen sich die meisten Unternehmen wohl, da hier klare Strukturen möglich sind und die KPI über das übliche Qualitätsdreieck definiert werden können (Kosten, Zeit, Qualität). Dieser Modus ist in „Phase 1“ allerdings kontraproduktiv, betont Posch. „In dieser Phase weiß ich noch gar nicht, welche Rollen ich benötige und kann daher auch keine Prozesse definieren. Viel eher braucht es einen intensiven Austausch und ein diverses „Rapid Innovation Team“, nur so kann Ungewissheit abgebaut werden. „In dieser Phase muss man sich rasch und unkompliziert austauschen können. Wenn ich dazu erst ein Formular schreiben muss, funktioniert das nicht. Relevant sind in dieser Phase NICHT Kosten, Zeit und Qualität, sondern dass man möglichst schnell lernt, um Ungewissheit abzubauen.“

Für die digitale Transformation sei es unerlässlich, dass Unternehmen beide Modi beherrschen und auch wissen, wann welcher Modus gefragt ist. „Wenn ich immer nur in Phase 1 bleibe, komme ich aus dem Lernen nie ins Umsetzen. Wenn ich mich nur aufs Umsetzen, also die Phase 2 konzentriere, kann ich aber nicht innovativ sein“, so Posch. Der Innovationsexperte stellte auch Best Practice Beispiele für Innovation in Corona-Zeiten vor:

  1. Businesskritische Innovationsoffensive virtuell umgesetzt: Das ICG-Team hat einen globalen Edelmetall- und Chemiekonzern über 5 Monate lang virtuell begleitet. Trotz anfänglicher Skepsis war das Feedback am Ende sehr positiv, auch weil pandemiebedingt „klassische Zugänge“ nicht funktioniert haben. Zum Beispiel: Ein Techniker konnte nicht ins Labor gehen und daher auch keine Prototypen bauen (der übliche Zugang). Er sprach daher direkt mit dem Kunden über seine Anforderungen, womit – trotz anfänglicher Skepsis („Das entspricht nicht meiner Stellenbeschreibung“) – viele Aha-Erlebnisse verbunden waren.
  2. TU-Austria-Innovationsmarathon: Diese Veranstaltung für Studierende findet normalerweise im Rahmen des Forums Alpbach statt. 2020 wechselte man in virtuelle Räume, wodurch die Diversität in den Teams immens stieg, da Studierende aus aller Welt teilnehmen konnten.
  3. Globaler Ideationsprozess mit Top-Management: Ein international agierendes Anlagenbau-Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, den Umsatz einer Business-Unit von 200 auf 400 Mio. Euro zu verdoppeln. Die Innovationsworkshops dazu fanden mit 26 Personen aus dem Top-Management an 4 aufeinanderfolgenden Halbtagen online statt, was ManagerInnen in aller Welt die Teilnahme ermöglichte.

 

>>> HIER finden Sie die gesamte Präsentation von Stefan Posch zum Download …

 

Was braucht es, damit Innovationen im Umfeld der digitalen Transformation umgesetzt werden können? Innovationsexperte Stefan Posch erläuterte, worauf es ankommt – in seinem Vortrag und auch in persönlichen Gesprächen.

 

Kompetenzen für die digitale Transformation

Wie aber kann man sich die erforderlichen Kompetenzen für Innovationen im Umfeld der digitalen Transformation aneignen? Ernst Kreuzer, Leiter von Life Long Learning an der TU Graz, stellte dazu das breit gefächerte berufsbegleitende Weiterbildungsangebot der TU Graz und für KMU kostenfreie Weiterbildungsangebote über den Digital Innovation Hub Süd vor.

 

Weiterbildung für das gesamte Team

Das derzeit umfangreichste und innovativste Weiterbildungsangebot im Bereich der digitalen Transformation in Österreich ist der Universitätslehrgang Leadership in Digital Transformation (MBA oder MEng) mit seinen 21 Modulen und weiteren im Universitätslehrgang integrierten 11 Universitätskursen die an der TU Graz ab Herbst 2021 angeboten werden. Digitale Transformation ist an der Schnittstelle Wirtschaft und Technik/ Informatik angesiedelt. Deshalb benötigen MitarbeiterInnen aus beiden Bereichen auch jeweils ein Grundverständnis – eine sogenannte ‚Mithörkompetenz‘ – für den komplementären Bereich. Über Basismodule in Management und Computer Science kann man sich diese cross-over Kompetenzen aneignen. Rund 50 Prozent des Lehrgangs können individuell auf das Unternehmen zugeschnitten werden. Darüber hinaus bietet die TU Graz noch spezielle Corporate-Life-Long-Learning-Angebote an. Über diese können Führungskräfte und Mitarbeiter aus verschiedenen Funktionsbereichen im Unternehmen zeitgleich Module bzw. kürzere Formate (Universitätskurse) aus dem Universitätslehrgang besuchen und das Wissen wird besser im Unternehmen verteilt.

  • Corporate LLL Teams: 1 MitarbeiterIn aus dem Unternehmen absolviert den gesamten 4-semestrigen Universitätslehrgang und erhält dazu 4 Modul-Schecks, über die bis zu 4 KollegInnen einzelne Module aus dem Programm absolvieren können.
  • Corporate LLL Enterprise: In diesem Paket sind 21 Modul-Schecks zum Pauschalpreis inkludiert, die in 4 Semestern von MitarbeiterInnen aus dem Unternehmen bedarfsgerecht absolviert werden können. Je nach Betriebsgröße und Bedarf kann die Anzahl der Modul-Schecks zwischen 7 (small), 14 (medium) und eben 21 (large) variieren.

Nähere Informationen bei Helmut Aschbacher: helmut.aschbacher@tugraz.at

 

 

Kreuzer zu Kompetenzen bei IMPULS>>LIVE

Der Universitätslehrgang Leadership in Digital Transformation (MBA oder Meng) mit seinen 21 Modulen wird ab Herbst 2021 an der TU Graz angeboten, erläuterte Ernst Kreuzer.

 

 

(Fotos: SBC/Salon Deluxe)

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