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Innovationskultur: Interview mit Christoph H. Wecht

Christoph H. Wecht zeigt am 23. Jänner 2020 im SBC, warum die Kultur der zentrale Erfolgsfaktor der digitalen Transformation ist. Und vor allem: Wie konkret man als KMU eine Innovationskultur schafft. Kleinere Unternehmen sind hier sogar im Vorteil und sie könnten zum „Schnellboot“ mutieren, ist der Innovationsexperte aus St. Gallen überzeugt.

Dass es Innovationen braucht, um sich am Markt zu behaupten, ist ja per se nichts Neues. Oder doch?

Christoph H. Wecht: Ein gutes Zusammenspiel aus Innovation, Technologie und Management war schon immer wichtig. In den letzten Jahren gab es dabei zunehmend eine Verschiebung hin in Richtung Dienstleistungen. Seit aber nun auch die Digitalisierung als Treiber hinzukommt, hat sich das Ganze so beschleunigt, dass man nicht mehr von einer Transformation sondern einer Disruption sprechen muss. Mit diesem Tempo sind vor allem kleinere Unternehmen überfordert. Sie wissen, dass sie sich mit der Digitalisierung beschäftigen müssen. Aber es fehlt an Zeit, Ressourcen und Wissen – was auf der Hand liegt, weil das ja völlig neue Entwicklungen sind.

 

Christoph H. Wecht brachte zahlreiche Praxisbeispiele aus dem Bereich Smart Services (Credit: SFG/Lunghammer).

Christoph H. Wecht aus St. Gallen sieht in der Innovationskultur den zentralen Treiber für die digitale Transformation.

 

Diese „Zwickmühle“, in der viele Unternehmen derzeit stecken, bezeichnen Sie als „Transformer’s Dilemma“.

Wecht: Ja. Die Unternehmen müssen sich zusätzlich zu ihrem normalen Business, mit der Digitalisierung beschäftigen. Und das meist ohne große Budgets für Forschung & Entwicklung.

 

Alles eine Frage der Innovationskultur …

 

Und wie befreit man sich aus diesem „Transformer’s Dilemma“? Wie kommt man zur „Transformer’s Solution“?

Wecht: Durch eine bewusst gestaltete Innovationskultur. Die Entwicklung schreitet so schnell voran, da kann man nur mit dem richtigen Mindset Schritt halten. Ohne die richtige Innovationskultur wird die digitale Transformation scheitern. Und ganz wichtig: Die digitale Transformation führt dazu, dass der Mensch immer wichtiger wird. In Stanford spricht man von „human centered“ – nur wenn ich die Menschen mitnehme, kann ich die digitale Transformation schaffen. Und gerade für kleine Unternehmen ist das eine Chance, weil sie viel wendiger sind als große Unternehmen. KMU könnten so als „Schnellboot“ den großen Tankern zumindest Wellen entgegen schlagen.

 

Wie konkret kann man eine Innovationskultur im Unternehmen schaffen?

Im Prinzip gibt es 6 Hebel:

  • Empowerment
  • Agility
  • Inspiration
  • Transparency
  • Motivation
  • Alignment

Zuerst schaue ich mir an, wo ich als Unternehmen stehe (einen ersten Einblick gibt der Online-Selbstcheck). Letzten Endes geht es aber darum, wie ich langfristig eine Innovationskultur schaffe – dazu reicht kein einmaliger Check oder ein einmaliger Workshop aus.

 

So schafft man Innovationskultur im Unternehmen

 

Ein Beispiel dazu?

Wecht: Viele Unternehmen führen ein neues datenbasiertes Service ein, stellen zum Beispiel vom einmaligen Produktverkauf auf langfristige Nutzungsverträge um. Dabei muss ich aber auch bedenken, dass es im Vertrieb eine neue Kultur braucht. Bisher ging es darum, möglichst viele Produkte zu verkaufen. Nun geht es darum, Serviceverträge abzuschließen und eine langfristige Beziehung zum Kunden aufzubauen. Das ist etwas völlig anderes. Menschen, die im Vertrieb arbeiten, sind tendenziell JägerInnen. Für langfristige Vertriebsziehungen braucht es aber SammlerInnen. Das lässt sich natürlich nicht von heute auf morgen umsetzen, mehr dazu am 23. Jänner im Smart Business Center. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Science Park Graz statt.

 

TERMININFO:

IMPULS>>LIVE zum Thema „Innovationskultur – der zentrale Erfolgsfaktor der digitalen Transformation“ mit Christoph H. Wecht

  • Donnerstag, 23. Januar 2020, 17 bis 19 Uhr
  • Smart Business Center Graz-West, Reininghausstraße 13, 8020 Graz
  • In Kooperation mit dem Science Park Graz
  • Aufgrund des großen Andrangs ist derzeit nur mehr eine Anmeldung auf die Warteliste möglich. Schreiben Sie dazu ein Mail an elisabeth.pirstinger@sfg.at (Nähere Infos …)

 

 (Foto: SFG/Lunghammer, Pixabay)

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