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Plattformen: 5 Best Practice Beispiele

Im Smart Business Center gab Innovationsexperte Christoph H. Wecht unlängst Einblick in Erfolgsfaktoren für smarte Plattformen. Der Innovationsexperte betonte: Egal in welcher Branche man sein Unternehmen hat, wenn man noch nicht auf dem Weg zu einem Software-Unternehmen ist, hat man irgendwo falsch abgebogen.

Zum Thema Plattformen sei eines aber ganz wichtig: „Es geht nicht darum, eine Plattform zu schaffen, weil Plattformen gerade im Trend liegen.“ Im Fokus steht laut Wecht, einen Nutzen zu schaffen und dazu die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Plattformen können dazu ein gutes Mittel sein. Und man müsse auch nicht immer selbst derjenige sein, der sie entwickelt. Langfristig erfolgreich seien nämlich ohnehin nur jene Plattformen, die einen Nutzen für das gesamte Ökosystem schaffen. Es geht um den Nutzen für alle Beteiligten! Für das „Plattform-Denken“ braucht es laut Wecht aber auch die richtige Unternehmenskultur. Ein Ansatz dazu kann laut Wecht sein, Start-up-Spirit ins Unternehmen zu holen. Das kann über eine einmalige Zusammenarbeit mit Start-ups bis hin zu langfristigen Beteiligungen gehen. Auch der St. Galler Innovations-Kultur-Navigator kann helfen. Und: Immer mehr Produktionsunternehmen holen sich Digital-Experten in den Vorstand, so Innovationsexperte Wecht im Jänner 2019 in Graz. Was dabei entstehen kann, zeigen folgende 5 Best Practice Beispiele für Plattformen.

 

 

kloeckner.i – das „Amazon des Stahlhandels“

Bereits seit 1906 gibt es den Eisen- und Stahlhändler. Das Unternehmen zeigt gerade, dass auch ein „alter Hase“ den Markt revolutionieren kann. Und das in einer Branche, wo nach wie vor via Fax bestellt wird. Mit kloeckner.i hat man 2014 ein eigenes Zentrum für Digitalisierung gegründet, wo rund 80 Mitarbeiter arbeiten. Man hat begonnen, Webshops aufzubauen. Und: 2018 wurde mit XOM die erste Preisvergleichs-Plattform für den Stahlhandel launciert – laut Technik-Einkauf.de „das Amazon des Stahlhandels“ (siehe dazu auch Artikel auf Handelsblatt.com).

 

365FarmNet – die Agrar-Plattform vom Mähdrescher-Hersteller

CLAAS ist bekannt als Hersteller von Traktoren und Mähdreschern. Mit dem Tochterunternehmen 365FarmNet betreibt das Unternehmen allerdings auch Europas größte Software-Plattform für das gesamte Agrar-Management. Die 365FarmNet-Plattform ist herstellerunabhängig und landwirtschaftliche Betriebe können unterschiedliche Apps und Programme bündeln. Von der Anbauplanung bis zur Ernte, vom Schlag bis zum Stall, von der Dokumentation bis zur Betriebsanalyse.

 

 

AXOOM – Maschinenbauer schafft offene Plattform für die Industrie

TRUMPF ist ein Maschinenbauunternehmen mit Fokus auf Blechbearbeitung und industrielle Laser. Laut Wecht deckt das Unternehmen mit seinen Produkten in der ganzen Blechbearbeitung nur wenige Schritte ab. Dennoch hat es mit AXOOM eine Plattform geschaffen, die den gesamten Prozess effizienter macht. Dazu wurde auch ein eigenes Tochterunternehmen gegründet.

Ein Unternehmen kann seine Maschinen, Sensoren und Software an die AXOOM Plattform anschließen. Damit lassen sich Daten aus verschiedenen Systemen über die Plattform bündeln. Die Daten werden dabei nicht in der Cloud gespeichert, sondern im jeweils führenden System dazu geroutet. Nähere Infos:

 

MindSphere – das „Android für die Industrie“

Auch Siemens hat ein offenes IoT-Betriebssystem entwickelt. Wecht sieht darin den Versuch, ein „Android für die Industrie“ zu schaffen. MindSphere verbindet Produkte, Anlagen, Systeme und Maschinen, um die daraus gewonnenen Daten zu analysieren. Dazu hat man sich SAP als Partner an Bord geholt.

 

 

Predix – G. E. als „124 Jahre altes Software Start-up“

Auch bei General Electrics (G. E.) hat man erkannt, dass die Daten eines Tages mehr wert sind, als die Maschine selbst. Da wäre es fatal, wenn G. E. selbst keinen Nutzen daraus hätte. 2011 hat G. E. ein Software-Zentrum in Kalifornien eröffnet und ein hehres Ziel definiert: 2020 will man zu den Top 10 Software-Unternehmen der Welt gehören. Gewissermaßen ist man damit ein „124 Jahre altes Startup“, wie die New York Times schreibt. Eine der Innovationen dazu ist die Plattform Predix, „das Betriebssystem für das Industrial Internet“. Man sieht das „Industrial Internet“ dabei als „Mannschaftssport“ – Predix ist das offene Betriebssystem dazu. G. E. selbst kooperiert unter anderem mit SAP und BOSCH.

 

(Foto:365FarmNet)

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