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„Künstliche Intelligenz ist die logische Fortführung von Industrie 4.0“

Thomas Meiren leitet den Bereich für Service Engineering bei Fraunhofer IAO in Stuttgart. Am 28. Mai 2019 war er als Keynoter bei IMPULS>>LIVE zum Thema „Smart Services und Künstliche Intelligenz – Neue Entwicklungen und Trends“ im Smart Business Center. Der Experte im Interview für den SBC-Newsletter.

Wie hat sich das Thema Smart Service in Deutschland entwickelt, auch im Vergleich zu Österreich?

Thomas Meiren: In Deutschland gewann das Thema Smart Services mit dem acatech-Arbeitskreis „Smart Services“ ab etwa 2014 enorm an Bedeutung (acatech = Deutsche Akademie der Technikwissenschaften). U. a. wurden mehrere wegweisende Publikationen zu diesem Thema veröffentlicht (Nähere Infos …).

 

In Deutschland sind Smart Services eines der zentralen Themen in der Industrie. Sie dienen insbesondere der Kommerzialisierung im Rahmen von Industrie 4.0. Denn die alleinige Investition in Sensoren, Big Data etc. verursacht zuerst einmal nur Kosten – erst durch Smart Services wird ein Mehrwert für Kunden geschaffen und die Investitionen durch neue digitale Leistungsangebote in Einkünfte umgewandelt.

 

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer IAO unter den größten 100 europäischen Maschinenbauern zeigt, dass insbesondere deutsche Unternehmen auf dem Gebiet eine führende Rolle haben. Für die Studie wurde das Serviceportfolio – und vor allem Smart Services – anhand öffentliche verfügbarer Informationen (Internet, Social Media, Pressemitteilungen, Jahresberichte etc.) analysiert.

 

Thomas Meiren

Thomas Meiren gab bei IMPULS>>LIVE am 28. Mai 2019 Einblick in das Thema Künstliche Intelligenz für Smart Services.

 

Inwiefern spielt Künstliche Intelligenz dabei eine Rolle?

Meiren: In Deutschland ist Künstliche Intelligenz aktuell das zentrale Trendthema. Aus meiner persönlichen Sicht ist es eine logische Fortführung von Industrie 4.0 und Digitalisierung. Unternehmen haben hier sowohl im Produkt- als auch im Dienstleistungsbereich die digitalen Voraussetzungen geschaffen, um nun auch KI einsetzen zu können. Insbesondere Großunternehmen investieren hier sehr stark, wie aktuelle Studien zeigen.

 

Wo liegen noch die größten Hemmschwellen/Herausforderungen?

Meiren: Insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen:

  • Fachkräftemangel
  • Kapazitätsprobleme (das Tagesgeschäft dominiert sehr stark, Investitionen in Investitionen für die Zukunft werden vernachlässigt)
  • Mangelndes Know-how, wie sich Smart Services und KI bzw. KI-basierte Dienstleistungen entwickeln lassen
  • Mangelnde Investitionskraft (v. a. im Vergleich zu Firmen wie Amazon und Google, die das Thema KI massiv pushen)
  • Zum Teil auch nicht zu unterschätzende Widerstände in der Bevölkerung beim Thema KI

 

Welche Anwendungsfälle gibt es für KI im Bereich Smart Services?

Meiren: Eine Möglichkeit wäre hier Predictive Maintenance, also die vorausschauende Wartung. Das heißt, dass man mithilfe von vergangenheitsbezogenen und aktuellen Daten den Ausfall von Maschinen prognostiziert (Predictive Analytics). Darauf basierend wartet man die Maschinen so, dass die Produktion möglichst wenig unterbrochen wird.

Ein weiteres Beispiel wären Chatbots, bei denen KI zur automatisierten Beantwortung von Anfragen eingesetzt wird.

 

(Foto: SFG/Lunghammer)

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