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Denken Sie noch oder spielen Sie schon?

Unsere Welt ist viel zu komplex, um sie „durchdenken“ zu können. Deshalb sollten wir in der Arbeit viel mehr spielen, ist Manuel Grassler überzeugt. Der Playpreneur bezeichnet Spielen als Überlebensstrategie für Unternehmen. Und das Spiel macht es möglich, dass im Meeting „nicht immer nur die gleichen 20 Prozent reden“. Aber wie entwickelt man mit LEGO® Serious Play® und anderen Playfulness-Methoden smarte Geschäftsmodelle? Und vor allem: Wie sorgt man dafür, dass die „coolen Ideen“ letzten Endes auch umgesetzt werden? Antworten von Manuel Grassler, der bald auch im Smart Business Center zu Gast ist.

Spielen ist die natürlichste Form des Lernens, ist Manuel Grassler überzeugt. „Kinder loten beim Spielen ihre Grenzen aus und entwickeln dabei ihre motorischen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten. Kurzum: Sie lernen, sich besser in ihrer Welt zurechtzufinden. Und genau das können wir als Erwachsene auch nutzen: Mehr Playfulness in unsere Unternehmen bringen, um zu lernen, wie wir mit ständigen Veränderungen und hoher Komplexität umgehen.“ Der in Graz lebende Unternehmer hat das Spielen gewissermaßen zu seinem Geschäftsmodell gemacht und nennt sich selbst „Playpreneur“.

 

Lego Serious Play (Manuel Grassler)
Manuel Grassler weiß, wie man mit LEGO® Serious Play® und anderen Playfulness-Methoden smarte Geschäftsmodelle entwickelt (Fotocredit: Wolfgang Hummer)

 

Vom Engineering zum Design Thinking

Ursprünglich hat der Grazer Produktionstechnik und Organisation studiert und war danach bei Roche Diagnostics tätig. „Eigentlich wollte ich aber schon immer etwas Kreativeres machen und als Roche seinen Standort verlegt hat, habe ich die Chance genutzt.“ Grassler hat sich mit Design Thinking beschäftigt, ist für 3 Jahre ins Strategische Marketing bei Neuroth gewechselt und hat sich anschließend 3,5 Jahre lang in St. Gallen bei Haufe-umantis mit spielerischen Transformationsprozessen beschäftigt. „2018 habe ich mich dann mit der Geburt meiner Tochter ganz in die Selbstständigkeit aufgemacht.“ Seitdem begleitet er Unternehmen „spielerisch zum Erfolg“, indem er Veränderungsprozesse begleitet.

 

Die Sache mit dem Säbelzahntiger

Er sieht das Spielen für Unternehmen als Überlebensstrategie, die jedes Unternehmen nutzen sollte. Es sei nämlich falsch, dass Spielen primär der Unterhaltung diene, was Psychologen mittlerweile auch bestätigt haben. Grassler beschreibt das anhand eines plakativen Beispiels: „Wenn man sich im risikofreien Raum – also beim Spielen – mit dem buchstäblichen Säbelzahntiger beschäftigt, ist man im Ernstfall definitiv im Vorteil.“

Im Business-Alltag neigt man dazu, alles „mit dem Kopf“ lösen zu wollen. „Nachdenken bringt einen in unserer komplexen Welt aber oft nicht weiter. Ich muss Dinge erleben und ausprobieren. Nicht umsonst bezeichnet das Zukunftsinstitut Playfulness als einen der Megatrends 2021.“

 

LEGO® Serious Play®: Damit endlich ALLE mitmachen

Eine der Playfulness-Methoden, bei denen Grassler Unternehmen begleitet, ist LEGO® Serious Play®. „Diese Methode wurde schon vor rund 20 Jahren von LEGO entwickelt. Der damalige Geschäftsführer hat festgestellt, dass in Meetings die meiste Zeit über nur 20 Prozent der TeilnehmerInnen reden. Er wollte aber auch die Perspektiven der restlichen TeilnehmerInnen stärker einbinden. Mit wissenschaftlicher Begleitung hat er daher eine Methode entwickeln lassen, bei der Legosteine als Kommunikationsmittel genutzt werden. Und vor allem: Bei der 100 Prozent der TeilnehmerInnen am Meeting teilnehmen.“

 

Symbolbild für Lego Serious Play

LEGO® Serious Play® kann dabei helfen, in einem Workshop ALLE Teilnehmer miteinzubinden (Credit: Christian Thiess).

 

Mit welchen Smart Services schaffe ich Mehrwert?

Bei LEGO® Serious Play® gibt es eine klare Aufgabenstellung, die mit dem Facilitator (Instructor) abgestimmt wird. Zuerst geht es aber darum, dass sich die TeilnehmerInnen kennenlernen und verstehen, wie die LEGO® Steine als „3D Drucker“ für ihre Gedanken funktionieren. Etwa indem jeder aufgerufen ist, mit Legosteinen darzustellen, wie er eine Beziehung zu anderen Menschen aufbaut. Eine mögliche Fragestellung könnte danach sein, welche KundInnenbedürfnisse heute noch unerfüllt sind und mit Smart Services bedient werden könnten. Oder allgemeiner formuliert: Wo man die eigene Organisation in 5 Jahren sieht, wie es die Raiffeisen-Landesbank in einem Workshop mit Manuel Grassler umgesetzt hat.

 

 

Am Ende alles nur heiße Luft?

Ganz wichtig sei allerdings, dass es nicht nur beim Workshop bleibt. „Man darf nicht die Erwartungshaltung haben, dass mit dem Workshop die Arbeit getan ist. Wenn man sich grundsätzlich nicht verändern und/oder die Ressourcen dazu nicht bereitstellen will, ist es schade um den Workshop“, bringt es Grassler auf den Punkt. „Es sollte im Vorfeld klar definiert werden, was mit den Ergebnissen aus den LEGO® Serious Play®-Workshops passiert. Und idealerweise kommuniziert man das auch dem Team, dann ist die Motivation umso höher.“

 

www.manuelgrassler.com

Weitere Termine

16jun16:0018:00Impulstalk des Innolab (Juni): 50 MINUTEN INNOVATION16:00 - 18:00 Smart Business Center Graz West, Reininghaustraße 13

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